Allergene - Schwefel

Allergene - Schwefel

‚Wein enthält Sulfite‘  
Schwefel, üblicherweise in Form von gasförmigem Schwefeldioxid, wird in verschiedenen Stadien der Weinbereitung zugesetzt, um unerwünschte Fehltöne, Oxidation von Inhaltsstoffen oder andere unerwünschte Gärungsprodukte - etwa durch eingeschleppte Hefen oder Bakterien - zu verhindern und den Wein haltbarer zu machen. Sorgfältig arbeitende Winzer versuchen, den Bedarf so niedrig wie möglich zu halten.
Die im Wein nach Schwefelzusatz entstehenden und enthaltenen Substanzen können nach dem Genuss allergieähnliche Symptome auslösen.
Es ist deshalb zwingend vorgeschrieben, dass Weinetiketten den Hinweis "enthält Sulfite" aufweisen müssen.

Allergiker können auf die Salze der schwefeligen Säure mit Symptomen reagieren, die vom leichten Schnupfen bis hin zum Herzrasen reichen können. Dafür kann ein Glas genügen. Bis zu 160 Milligramm Schwefeldioxid (SO2) pro Liter stecken in den handelsüblichen Flaschen.
Empfindliche Menschen können auch auf andere Substanzen im Wein reagieren. Eine echte Allergie löst das Getränk in der Regel nicht aus.
Ein relativ hoher Prozentsatz der Betroffenen berichtet von Unverträglichkeitssymptomen, nachdem sie Wein getrunken haben, am häufigsten wird von den Betroffenen genannt: gerötete Haut, Juckreiz, verstopfte Nase wie beim Schnupfen, Durchfall, Herzrasen, Magen- und Darmkrämpfe. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Insgesamt leiden ca. 1,7 Prozent der Bevölkerung unter einer Weinunverträglichkeit.
Menschen mit den oben beschriebenen Problemen haben allerdings auch öfter Schwierigkeiten mit anderen Nahrungsmitteln.
Beim Wein kann man noch von Rotwein auf Rosé oder Weißwein umsteigen. Rotwein löst häufiger Begleiterscheinungen aus als Weißwein. Ein möglicher Grund: Wein enthält geringe Mengen Eiweiße, die meist von der Traube stammen, aber auch durch Bakterien und die Hefe in das Getränk gelangen können. Vor allem das Lipid-Transfer-Protein (LTP) aus den Traubenschalen ist als mögliches Allergen bekannt. Rotwein hat deutlich mehr LTP, weil die Schalen in der Maische mit vergoren werden, während Weißwein ohne die Traubenhaut fermentiert wird und nur Reste in den Wein gelangen.
Auch andere Eiweiße stehen im Verdacht, allergen zu wirken. Zudem kann Wein bei unsauberem Arbeiten den Allergie-Botenstoff Histamin enthalten, was entzündliche Prozesse auslösen kann, insbesondere bei Massenweinen.  
Im Körper löst Alkohol unterschiedliche Prozesse aus: So werden bestimmte Stoffe im Alkohol gelöst, wodurch der Organismus sie besser aufnehmen kann und sie erst dann zum Problem werden. Alkohol fördert zudem die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut und hemmt die Wirkung des Enzyms Diaminoxidase, das Histamine abbaut. Eine erhöhte Histaminkonzentration kann etwa eine rote Nase machen, indem sie dort die Gefäße erweitert.  
Insgesamt kann man sagen, dass eine Weinunverträglichkeit nicht häufiger als eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorkommt. Wein ist, wenn er mit großer Sorgfalt hergestellt wurde, ein relativ sicheres Nahrungsmittel.