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Allergene

Allergene

Auch wenn Wein und Champagner zu den traditionellsten und ursprünglichsten Genussmitteln zählen, können empfindliche Personen auf bestimmte Inhaltsstoffe mit Unverträglichkeiten reagieren. Meist handelt es sich dabei nicht um klassische Allergien, sondern um sogenannte pseudoallergische Reaktionen – subtil, aber spürbar.

Besonders bekannt sind Sulfite, also Schwefelverbindungen wie Schwefeldioxid (SO₂), die dem Wein und auch dem Champagner in geringen Mengen zugesetzt werden. Sie schützen vor Oxidation, stabilisieren und verhindern unerwünschte mikrobiologische Prozesse. Auf Etiketten muss der Hinweis „enthält Sulfite“ angegeben werden, sobald der Gehalt eine bestimmte Schwelle überschreitet – was praktisch immer der Fall ist. Gerade bei hochwertigen Schaumweinen wie Champagner, die lange auf der Hefe reifen, ist der gezielte Schwefeleinsatz üblich – verantwortungsbewusste Erzeuger halten die Dosis jedoch so niedrig wie möglich.

Neben Schwefel kann auch Histamin zu Unverträglichkeiten führen. Es entsteht bei der Wein- bzw. Champagnerherstellung durch mikrobiologische Prozesse, etwa während der malolaktischen Gärung. In hochwertig produzierten Weinen und traditionellen Champagnern ist der Histamingehalt in der Regel gering – doch bei besonders empfindlichen Personen können bereits kleinste Mengen Beschwerden auslösen.

Auch traubeneigene Eiweiße wie das sogenannte Lipid-Transfer-Protein (LTP) gelten als mögliche Auslöser. LTP kommt natürlicherweise in den Schalen der Beeren vor. In Rotwein, bei dem die Schalen mitvergoren werden, ist der Gehalt höher. In Champagnern – vor allem bei Blanc de Blancs oder weiß gekelterten Pinot-Noir-Weinen – ist er meist deutlich geringer, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Wie stark und auf was jemand reagiert, ist individuell verschieden. Alkohol selbst kann zudem als „Verstärker“ wirken, da er die Aufnahme bestimmter Stoffe erleichtert und den Abbau anderer verlangsamt – etwa von Histamin. Wer empfindlich reagiert, sollte gezielt auf Qualität, Rebsorten, Stilistik und Herkunft achten – und gegebenenfalls ausprobieren, ob ein fein vinifizierter Champagner besser vertragen wird als ein konzentrierter Rotwein.

Ob Sulfite, Histamin oder natürliche Eiweiße: Die meisten Menschen vertragen Wein und Champagner problemlos. Und für alle anderen gilt – mit etwas Aufmerksamkeit und Wissen lässt sich Genuss oft trotzdem möglich machen.

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