Barrique

Als Barrique bezeichnet man ein kleines Eichenholzfass mit einem Fassungsvermögen von 225 Litern in Bordeaux beziehungsweise 228 Litern in Burgund. Es wird traditionell für den Ausbau und die Reifung von Weinen verwendet, insbesondere bei hochwertigen Rotweinen, aber auch bei Weißweinen, sowohl trocken als auch edelsüß.

Charakteristisch für das Barrique ist die Behandlung des Holzes: Die Innenwände des Fasses werden über offenem Feuer erhitzt, ein Vorgang, der als „Toasting“ bezeichnet wird. Dabei entstehen Röstaromen, die während der Lagerung langsam in den Wein übergehen. Neben dem charakteristischen Vanillin entwickeln sich auch Aromen wie Kakao, Schokolade, geröstetes Brot oder Leder. Zusätzlich gelangen Tannine aus dem Holz in den Wein, was seine Struktur und Lagerfähigkeit beeinflussen kann.

Auch der langsame Sauerstoffeintrag durch die Fasswände spielt eine Rolle. Er führt zu einer kontrollierten Oxidation, die den Wein geschmeidiger macht und zur Reifung beiträgt. Je nach gewünschtem Stil wird das Barrique unterschiedlich stark getoastet. Der Röstgrad sowie die Herkunft und Art der verwendeten Eiche haben spürbaren Einfluss auf das Ergebnis.

Zum Einsatz kommen Hölzer aus verschiedenen Regionen, etwa aus französischen Wäldern wie Allier, Troncais oder Limousin, aber auch aus dem Spessart, dem Pfälzerwald oder sogar aus den USA, Ungarn oder Slowenien. Jeder dieser Herkünfte bringt eigene Eigenschaften in Bezug auf Holzstruktur und Aromaprofil mit sich.

Ein neues Barrique gibt die intensivsten Aromen ab. Mit jeder weiteren Verwendung nimmt dieser Einfluss ab. Deshalb wird häufig eine Mischung aus neuen und bereits belegten Fässern verwendet, um den Holzeinsatz feiner zu steuern. In manchen Fällen kommen heute auch Alternativen wie Holzchips oder Eichenstäbe zum Einsatz, um ein ähnliches Aroma ohne Fasslagerung zu erzielen. Diese Methoden sind kostengünstiger, müssen aber nicht deklariert werden, solange der Wein nicht ausdrücklich als Barriquewein bezeichnet wird.