Eiweiße und LTP (Lipid-Transfer-Proteine)
Im Wein, ebenso wie im Champagner, können Spuren von Eiweißen enthalten sein. Diese stammen entweder aus den Trauben selbst oder gelangen durch Hefen und Bakterien während der Gärung und Reifung in das Getränk.
Ein besonderes Augenmerk gilt dem sogenannten Lipid-Transfer-Protein (LTP), einem pflanzlichen Eiweiß, das natürlicherweise in den Schalen der Weintrauben vorkommt. LTP ist hitze- und säurestabil. Es übersteht also sowohl die Weinbereitung als auch die alkoholische Gärung nahezu unversehrt. Gerade deshalb wird es als potenziell allergen wirkender Stoff diskutiert.
Rotweine enthalten tendenziell mehr LTP als Weißweine, da bei ihrer Herstellung die Traubenschalen mitvergoren werden. Bei Weißwein hingegen wird der Saft meist vor der Gärung von den Schalen getrennt, was den Eiweißgehalt – insbesondere den von LTP – reduziert. In Schaumweinen wie Champagner hängt der Gehalt von LTP unter anderem vom Grundwein und dem Ausbau ab.
Für die meisten Menschen sind diese Eiweißrückstände völlig unproblematisch. Menschen mit einer Sensibilisierung oder einer bekannten Traubenallergie können jedoch auf LTP mit allergieähnlichen Symptomen reagieren. Beispielsweise Hautausschlag, Juckreiz, Schleimhautschwellung oder Magen-Darm-Beschwerden. Da Eiweiße auch mit Histaminreaktionen im Körper zusammenhängen können, ist LTP besonders bei empfindlichen Personen von Interesse.
Eine Deklarationspflicht besteht für Eiweiße im Wein bislang nur dann, wenn sie im Rahmen der Klärung (z. B. mit Hühnereiweiß, Kasein oder Gelatine) verwendet wurden, dann muss ein entsprechender Hinweis auf dem Etikett erscheinen.