Sulfite
Sulfite werden häufig auch als Schwefel oder Schwefeldioxid bezeichnet. Es sind Salze oder Derivate der schwefligen Säure und werden in der Wein- und Champagnerherstellung traditionell eingesetzt, um den Wein zu stabilisieren und seine Haltbarkeit zu verlängern. Ihr Einsatz hat eine jahrhundertealte Geschichte und ist bis heute ein wichtiges Werkzeug in der Kellerwirtschaft.
Sulfite wirken antioxidativ und antimikrobiell. Das bedeutet: Sie verhindern, dass der Wein vorzeitig oxidiert, also durch Sauerstoff „umkippt“, oder dass sich unerwünschte Mikroorganismen wie wilde Hefen oder Bakterien ausbreiten. So lassen sich sowohl Geschmack als auch Frische und Klarheit des Weins erhalten.
Auch in der Champagnerproduktion spielen Sulfite eine Rolle. Insbesondere bei der Herstellung der Grundweine und beim Schutz während der zweiten Gärung in der Flasche. Gut dosiert und sorgsam eingesetzt, beeinträchtigen sie weder Qualität noch Geschmack. Winzer mit hohem Qualitätsanspruch arbeiten möglichst zurückhaltend mit Schwefel und setzen ihn nur dort ein, wo es wirklich notwendig ist.
Auf Flaschenetiketten muss ab einem sehr niedrigen Schwellenwert (10 mg/l) der Hinweis „enthält Sulfite“ angegeben werden. Nicht, weil der Wein „geschwefelt schmeckt“, sondern um Menschen mit Unverträglichkeiten zu warnen. Die allermeisten Konsumenten vertragen diese Mengen problemlos. Wer empfindlich reagiert, sollte dennoch aufmerksam sein, auch wenn echte Allergien gegen Sulfite ausgesprochen selten sind.
Auch in getrockneten Früchten, Kartoffelprodukten oder industriell hergestellten Säften finden sich häufig Sulfite. Meist sogar in deutlich höheren Konzentrationen als im Wein.