Weinunverträglichkeit
Nicht jeder genießt ein Glas Wein oder Champagner ohne Nebenwirkungen – manche Menschen reagieren empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe. In solchen Fällen spricht man von einer Weinunverträglichkeit. Anders als eine echte Allergie, bei der das Immunsystem auf harmlose Stoffe überreagiert, handelt es sich hier meist um pseudoallergische Reaktionen oder individuelle Empfindlichkeiten.
Die Symptome reichen von geröteter Haut, Juckreiz, Kopfschmerzen, verstopfter Nase, Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Herzrasen – häufig schon nach kleinen Mengen. Etwa 1–2 % der Bevölkerung sind betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer.
Eine Weinunverträglichkeit ist oft multifaktoriell bedingt. Das bedeutet: Nicht ein einzelner Auslöser, sondern das Zusammenspiel verschiedener Substanzen im Wein kann problematisch sein. Zu den möglichen Triggern zählen:
Sulfite – dienen als Konservierungsstoff und können pseudoallergische Reaktionen auslösen.
Histamin – entsteht bei Gärung und Reifung, vor allem in Rotwein und unsauber produziertem Wein.
Lipid-Transfer-Proteine (LTP) – natürliche Traubeneiweiße, die bei empfindlichen Personen Allergiesymptome hervorrufen können.
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Alkohol selbst – verstärkt die Aufnahme bestimmter Stoffe im Körper und kann z. B. die Histaminverträglichkeit herabsetzen.
Wer immer wieder Beschwerden nach dem Genuss von Wein oder Champagner hat, sollte bewusst beobachten, welche Sorten oder Stilrichtungen besser verträglich sind. Oft werden Weißweine oder Schaumweine mit geringem Histamin- und Schwefelgehalt besser vertragen als kräftige Rotweine. Manche Betroffene profitieren auch von naturbelassenen Weinen mit reduziertem Schwefeleinsatz – vorausgesetzt, sie sind sorgfältig ausgebaut.
Wichtig: Eine Weinunverträglichkeit ist nicht dasselbe wie eine Alkoholunverträglichkeit oder eine klassische Lebensmittelallergie. Wer unsicher ist, kann mit einem Facharzt (z. B. Allergologen oder Gastroenterologen) klären, ob und welche Stoffe für die Symptome verantwortlich sind.